Kommunikation im Teamalltag
In vielen Teams wird täglich geredet – und trotzdem nicht wirklich verstanden.
Meetings, Mails, Feedbackgespräche: Führungskräfte investieren viel Zeit in Kommunikation. Doch oft bleibt das Gefühl, dass Botschaften „nicht ankommen“.
Ein Satz wird rational verstanden, aber emotional falsch interpretiert. Eine Entscheidung wird sachlich erklärt, aber innerlich abgelehnt.
Die Ursache liegt selten im Inhalt, sondern im Motivrahmen, in dem Menschen Informationen aufnehmen.
Kommunikation ist keine Einbahnstraße – sie ist ein Resonanzprozess.
Und Resonanz entsteht dort, wo Führungskräfte wissen, wie unterschiedliche Motivationstypen ticken.
Der Circle of Motivation® von SEGMNZ liefert genau dafür ein Werkzeug: Er macht sichtbar, wie Menschen in Teams unterschiedlich wahrnehmen, denken und handeln – und wie Führung diese Unterschiede produktiv nutzen kann.
Warum Führung nicht für alle gleich funktioniert
Führung ist kein universelles Konzept.
Was bei einer Person Motivation und Leistung auslöst, kann bei einer anderen Widerstand erzeugen.
Viele Führungskräfte orientieren sich an eigenen Maßstäben – und führen damit unbewusst an der Motivation anderer vorbei.
Ein strukturierter, zahlenorientierter Chef kann einen kreativen, affektuellen Mitarbeitenden schnell demotivieren. Umgekehrt kann ein emotionaler, spontaner Führungsstil bei analytischen, zweckrationalen Typen Unruhe auslösen.
Gute Führung erkennt nicht nur, was getan werden muss, sondern auch, wie Menschen ins Handeln kommen.
Teams sind heute heterogener denn je: generationenübergreifend, interkulturell, interdisziplinär.
Klassische Führungsmodelle – „eine Botschaft für alle“ – funktionieren deshalb immer weniger.
Erfolgreiche Führung setzt an der Motivation an, nicht an der Funktion.
Motivationstypen im Arbeitskontext
Der Circle of Motivation® unterscheidet vier Grundtypen der Handlungsmotivation. Jeder Typ bringt eigene Stärken, Kommunikationsbedürfnisse und Reaktionsmuster mit – auch im Arbeitsalltag.
Typ Z – Der Zweckrationale
- Leitmotiv: Effizienz, Kontrolle, Zielorientierung.
- Kommunikationsstil: präzise, sachlich, strukturiert.
- Erwartet: Klarheit, Planbarkeit, messbare Ergebnisse.
- Reagiert gut auf: Argumente, Prozesse, Verantwortung.
👉 Typ Z braucht Führung, die Ziele erklärt, nicht nur Inspiration liefert.
Typ W – Der Wertrationale
- Leitmotiv: Sinn, Verantwortung, Integrität.
- Kommunikationsstil: reflektiert, moralisch, kooperativ.
- Erwartet: Haltung, Gerechtigkeit, Authentizität.
- Reagiert gut auf: Vertrauen, Transparenz, Beteiligung.
👉 Typ W folgt Menschen, die glaubwürdig sind – nicht Hierarchien.
Typ A – Der Affektuelle
- Leitmotiv: Emotion, Ausdruck, Begeisterung.
- Kommunikationsstil: spontan, kreativ, bildhaft.
- Erwartet: Dynamik, Feedback, Freiheit.
- Reagiert gut auf: Wertschätzung, Energie, persönliche Ansprache.
👉 Typ A braucht Führung, die bewegt, nicht verwaltet.
Typ T – Der Traditionale
- Leitmotiv: Sicherheit, Zugehörigkeit, Beständigkeit.
- Kommunikationsstil: ruhig, loyal, verbindlich.
- Erwartet: Stabilität, Struktur, Vertrauen.
- Reagiert gut auf: persönliche Nähe, Kontinuität, Rituale.
👉 Typ T folgt, wenn er sich auf den Menschen verlassen kann.
Kein Team besteht aus nur einem Typus.
Erfolgreiche Führung erkennt diese Vielfalt – und gestaltet Kommunikation so, dass sich unterschiedliche Motivlagen angesprochen fühlen.
Führung, Feedback, Change: motivgerecht kommunizieren
Motivtypische Kommunikation ist die Basis moderner Führung.
Sie sorgt dafür, dass dieselbe Botschaft bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich, aber stimmig ankommt.
a) Führung
- Typ Z: braucht Zielorientierung. → „Unser Ziel ist X, wir messen Erfolg über Y.“
- Typ W: braucht Werte. → „Diese Entscheidung folgt unserem Prinzip, fair und transparent zu handeln.“
- Typ A: braucht Emotion. → „Lasst uns das gemeinsam ausprobieren – das wird stark!“
- Typ T: braucht Stabilität. → „Wir bleiben unserem Weg treu und bauen darauf auf.“
b) Feedback
Feedback ist nie neutral. Es trifft immer auf eine Motivlage:
- Z-Typen wollen konstruktive, sachliche Rückmeldung mit Handlungsempfehlung.
- W-Typen brauchen moralische Kohärenz: Ist das Feedback fair und gerecht?
- A-Typen reagieren sensibel auf Tonfall – Motivation entsteht durch positive Energie.
- T-Typen schätzen ruhige, persönliche Gespräche – keine spontane Kritik vor anderen.
👉 Motivgerechtes Feedback schafft Entwicklung, nicht Verteidigung.
c) Change-Kommunikation
Veränderungen sind der Lackmustest für motivbasierte Führung.
Jede Motivationslage reagiert anders auf Wandel:
- Z: will rationale Begründung und Plan.
- W: braucht Sinn und ethische Nachvollziehbarkeit.
- A: sucht emotionale Story und Beteiligung.
- T: braucht Sicherheit und Verlässlichkeit im Übergang.
Führungskräfte, die Change nur rational erklären, übersehen die emotionalen Dimensionen.
Erfolgreicher Wandel gelingt, wenn jede Motivationslage ihren „Anschluss“ findet – rational, emotional und sozial.
Konfliktlösung mit Motivationsverständnis
Konflikte sind selten ein Zeichen mangelnder Kompetenz – meist sind sie Motivationskonflikte.
Ein Typ Z empfindet einen Typ A als chaotisch, während dieser den anderen als kalt erlebt.
Ein Typ W hält Typ Z für „prinzipienlos“, während dieser den Wertrationalen als „zu moralisch“ empfindet.
Ohne Motivationsverständnis entstehen Missverständnisse: Man bekämpft Symptome, statt Ursachen.
Motivationsbasierte Konfliktlösung folgt drei Schritten:
- Motivationsdiagnose: Worum geht es wirklich – um Sache, Wert, Emotion oder Sicherheit?
- Übersetzung: Jeder Typ kommuniziert in seiner Motivsprache. Konfliktklärung bedeutet, diese Sprachen zu übersetzen.
- Anschluss schaffen: Eine Lösung ist tragfähig, wenn sie für alle Motivationslagen Sinn ergibt.
Beispiel:
Ein kreativer (A) Mitarbeiter fühlt sich durch einen zahlengetriebenen (Z) Vorgesetzten eingeengt. Statt den Konflikt über Autorität zu führen, kann die Führungskraft erklären: „Ich verstehe deinen Wunsch nach Freiraum – lass uns klare Ziele definieren, damit du sie frei gestalten kannst.“
So wird Gegensätzlichkeit zur Ergänzung.
Praxis: Führungskräfte-Training mit SEGMNZ
In SEGMNZ-Trainings für Führungskräfte wird Motivation praktisch erlebbar gemacht.
Das Ziel ist nicht, Menschen in Schubladen zu stecken, sondern Muster sichtbar zu machen, die Kommunikation erleichtern.
Trainingsstruktur
- Selbstreflexion: Führungskräfte erkennen ihre eigene Motivlage – und verstehen, warum sie so führen, wie sie führen.
- Team-Mapping: Das Team wird entlang des Circle of Motivation® visualisiert.
- Kommunikationsprofile: Typische Missverständnisse und Synergien werden identifiziert.
- Übungen: Rollenspiele und Fallarbeit trainieren motivtypische Gesprächsführung.
Ergebnis
- Führungskräfte kommunizieren klarer und empathischer.
- Teams arbeiten konfliktärmer und effizienter.
- Feedbackgespräche und Change-Prozesse verlaufen konstruktiver.
Ein Praxisbeispiel:
Ein Unternehmen aus der Energiebranche implementierte motivationstypisches Führungstraining. Nach sechs Monaten zeigte sich: Mitarbeiterzufriedenheit + 18 %, Fluktuation – 23 %, Teamklima deutlich verbessert.
Motivationsverständnis ist kein „Soft Skill“ – es ist ein Effizienzfaktor.
Führung ist Anschlussfähigkeit
Führung bedeutet heute nicht mehr, die Richtung vorzugeben – sondern Resonanz zu schaffen.
In komplexen, agilen Umfeldern zählt weniger die Autorität der Position als die Anschlussfähigkeit der Person.
Wer die Motivationslagen im Team versteht, kommuniziert nicht nur besser, sondern führt klüger.
Der Circle of Motivation® liefert dafür das psychologische Instrument: Er zeigt, wie Menschen ticken – und wie Führung daraus Verständigung macht.
Führung ist dann wirksam, wenn sie an Motivationen anschließt.
Denn Motivation verbindet, wo Hierarchie trennt.

